Lebensmittelverschwendung

Wer verursacht was?

39%
ERZEUGER
5%
Supermarkt
14%
GASTRONOMIE
42%
KONSUMENT

ERZEUGER

Lebensmittelverschwendung fängt früh an: 39% der verschwendeten Produkte werden schon beim Erzeuger weggeworfen; erreichen Supermärkte oder Gastronomie also überhaupt nicht. (Die Kategorie ‘Erzeuger’ umfasst Bauern, Züchter, Fabriken, Verpackungsbetriebe und Zwischenhändler.) Lebensmittel werden aus unterschiedlichen Gründen weggeworfen, zum Beispiel als Folge von Ernteverlust oder Überproduktion, oder wegen abweichender Form oder Farbe. Konsumenten greifen nämlich oft zu den äußerlich attraktivsten Produkten, und lassen den Rest liegen. Wir finden, dass es auch für diese Lebensmittel einen Markt geben muss.

Instock nimmt noch gut genießbaren, jedoch für die Tonne vorgesehenen Produkte ab, zum Beispiel vom Fischhändler oder Fleischverpacker. Wir hoffen, dass immer mehr Initiativen entstehen werden, die den Wert von ‘Abfallprodukten’ erkennen, die überhaupt kein Abfall sind. Lebensmittel verschwenden kostet nicht nur Geld, sondern auch Energie: Verpackungsmaterial, Transport und Kühlung werden für nichts eingesetzt. Unnötig, oder?

Supermarkt

Etwa 5% der Lebensmittelverschwendung entsteht in Supermärkten. Ursache hierfür sind zum Beispiel Fehleinschätzungen von Angebot und Nachfrage, in Folge derer zu viel eingekauft wird, oder der Wunsch, nur Produkte von allerhöchster Qualität anzubieten. Konsumenten lassen die kleinere Zucchini oder den Blumenkohl mit brauner Stelle meist liegen. Um Verschwendung entgegenzuwirken werden intelligentere Bestellsysteme entworfen, die die Nachfrage besser vorhersagen können. Falls doch zu viel einkauft ist, können Sonderangebote den Verkauf stimulieren. Auch digitale Entwicklungen, wie zum Beispiel die App No Food Wasted, wirken Lebensmittelverschwendung entgegen.

Trotz aller Errungenschaften bleibt es für Supermärkte schwierig, alle Produkte zu verkaufen. Letztendlich will der durchschnittliche Konsument größtmögliche Auswahl und makellose Produkte, und Supermärkte brauchen zufriedene Kunden und hohen Umsatz. Das verstehen wir, aber betonen auch, dass Supermärkte die Verantwortung dafür tragen, dass die unverkauften Produkte auf alternative Art verwertet werden. Laut Moermans Leiter ist es das Erstrebenswerteste, solche Produkte noch stets für den menschlichen Verzehr zu gebrauchen. Auf diesem Gebiet ist noch Luft nach oben, wir haben viel zu tun! Ein wichtiger Schritt ist das Sortieren von unverkauften Produkten in brauchbar und unbrauchbar. Leichter gesagt als getan, denn die im Lebensmittelrecht vorgeschriebenen Regeln müssen genauestens befolgt werden. Auch erfordert es viel Koordination, um den Umgang mit Resten in Supermärkten zu verändern. Ganz zu schweigen von der logistischen Herausforderung, die brauchbaren Produkte an ihren neuen Bestimmungsort zu befördern. Trotz allem ist es nicht unmöglich! Wir nehmen die Herausforderung an.

Supermärkte an sich verursachen nur einen relativ kleinen Anteil der Lebensmittelverschwendung, aber sind ein wichtiges Glied der Lebensmittelkette. Sie stellen die Qualitätsanforderungen an Erzeuger und Züchter, und beeinflussen das Verbrauchsverhalten von Konsumenten. Supermärkte werden sich zunehmend bewusster von ihrer Verantwortung, aber wir sind noch lange nicht am Ziel.

GASTRONOMIE

Auch in der Gastronomie wird noch immer viel Essen weggeworfen: Etwa 14% der verschwendeten Lebensmittel findet in Restaurants, Hotels oder bei Cateringunternehmen ihr Ende. Die Ursachen sind vielfältig, und reichen von zu grossen Portionen, strengem Lebensmittelrecht und ungenauem Einkauf bis zu mangelnder Kreativität im Umgang mit übrig gebliebenen, aber noch brauchbaren Produkten. Die Organisation Wastewatchers hilft Gastronomiebetrieben, diese Probleme anzugehen.

Bei Instock achten wir natürlich genauestens auf unsere eigene Abfallverwertung. Um Verschwendung zu vermeiden, bemühen unsere Köche sich, so viel möglich vom Produkt zu verwenden. Wusstest du schon, dass man Karotten frittieren kann, und dass das Fruchtfleisch, das noch in der Saftpresse hängt, zu Gewürzpulver weiterverarbeitet werden kann? Des Weiteren servieren wir keine riesigen Portionen, die unsere Gäste doch nicht aufessen können. Wer viel Hunger hat, kann einfach noch eine Beilage bestellen. Unseren Abfall trennen wir, um so Bioabfall noch für die Produktion von Tierfutter oder Biogas nutzen zu können.

KONSUMENT

Das Meiste wird vom Konsumenten selbst verschwendet: etwa 42% der gesamten Lebensmittelverschwendung findet zu Hause statt! Haushalte werfen im Jahr gut 105 Kilo an verwendbarem Essen weg. Und das, wo es doch so einfach und lecker ist, um diese Verschwendung zu vermeiden.

Mit diesen zehn Tipps wirfst du weniger weg!

1. Schaue nach, was du hast, bevor du Einkaufen gehst
Oft hast du mehr, als du denkst! Gucke in den Kühlschrank, bevor du Einkaufen gehst.

2. Schreibe einen Einkaufszettel
Supermarktregale sind gefüllt mit Verführungen. Doch wer mit einem Einkaufszettel einkaufen geht, ist weniger geneigt, sich hinzugeben und Spontankäufe zu tätigen. Schreibe auf, was du wirklich brauchst. So wirfst du letztendlich weniger Lebensmittel weg und sparst auch noch Geld.

3. Miss ab
Gebrauche einen Messbecher für Reis, Nudeln und dergleichen. So kannst du besser einschätzen, wieviel du brauchst, und musst am Ende weniger wegwerfen.

4. Gucke, rieche und probiere, bevor du etwas wegwirfst
Falsche Interpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums ist einer der Hauptgründe für Lebensmittelverschwendung. Auch nach Ablauf des Datums ist ein Produkt oft noch genießbar. (Anders ist es beim Verbrauchsdatum leicht verderblicher Lebensmittel, zum Beispiel Hack- und Geflügelfleisch, welches angibt, dass Produkte nach genanntem Datum nicht mehr verzehrt werden dürfen.) Folge deinen eigenen Sinnen, und nicht dem Mindesthaltbarkeitsdatums, bevor du etwas wegwirfst.

5. Bewahre Lebensmittel bei richtiger Temperatur
Wusstest du, dass du Tomaten viel besser ausserhalb des Kühlschrankes lagern kannst? Und das 4 Grad Celsius die richtige Kühlschranktemperatur ist?

6. FIFO
First in, first out! Verbrauche zuerst, was schon am längsten im Kühlschrank oder im Regal liegt. Iss zum Beispiel die reife Banane vor der grünen, und mache kein neues Paket Käse auf, wenn schon ein anderes geöffnet ist.

7. Konserviere überschüssige Lebensmittel
Fermentieren, einmachen, pökeln.. Oft vergessen, aber einfacher und leckerer als gedacht! Eine halbe Gurke kannst du zum Beispiel in einem Glas mit Essig, Wasser, Zucker, und Chilipulver aufbewahren, und später als erfrischende Beilage zu einem Reisgericht servieren. Willst du mehr über Konservieren lernen? Wirf dann einen Blick in unser Kochbuch!

8. Reste in gut verschließbaren Dosen aufbewahren
Essen über? Kein Problem! Gut aufbewahrt kannst du es auch später in der Woche noch verzehren. Nimm es als Mittagessen mit, oder gönne dir einen Abend Pause vom Kochen.

9. Teile!
Deine Freunde, Nachbarn oder Oma.. irgendjemanden kannst du bestimmt mit den Überbleibseln deiner Mahlzeit glücklich machen. Es gibt auch verschiedene Apps, über die du Lebensmittel anbieten oder abholen kannst.

10. Füttere die Ziegen auf dem Kinderbauernhof
Erst musst du natürlich nachfragen, was ihnen bekommt.